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Europabrücke vor der Fertigstellung
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Das Bild zeigt die Europabrücke
Einleitung
In der nächsten Woche wird die 286 Meter lange Europabrücke wieder wie angekündigt für den gesamten Verkehr vierspurig befahrbar sein. Fußgänger und Radfahrer stehen neue und sichere Fuß- und Radwege über die Brücke zur Verfügung
Haupttext

Rund 6 Mio. Euro wurden in den letzten 2 Jahre auf der Europabrücke verbaut. 33,5 Tonnen Spannstahl „verschwanden“ in den Hohlkästen unterhalb der Brücke. 4300 Quadratmeter Fahrbahn, 22 Lager auf den Pfeilern und den Widerlagern, 600 m Entwässerungsleitungen, 22 Gullys, 675 Meter Brückengeländer wurden erneuert, und „ganz nebenbei“ wurde der Koloss auch noch bis zu 1 Zentimeter angehoben, um die Lager austauschen zu können.

Die dafür verwendeten Pressen sind in der Lage, 2200 Tonnen zu heben. Das entspricht etwa 2200 Kleinwagen!

Das ist die vorläufige Bilanz der größten Gladbecker Baustelle im Tiefbaubereich seit Jahrzehnten. Bauleiter Lars Neubauer, Ingenieuramtsleiterin Sabine Brinkmann, der amtierende Baudezernent Dr. Thomas Wilk und Bürgermeister Ulrich Roland (Foto von links, Foto Gensheimer) zogen dieses Resümee wenige Tage vor Freigabe der komplett sanierten Europabrücke.

In der nächsten Woche wird die 286 Meter lange Brücke wieder wie angekündigt für den gesamten Verkehr vierspurig befahrbar sein. Fußgänger und Radfahrer stehen neue und sichere Fuß- und Radwege über die Brücke zur Verfügung!
„Bis auf kleinere Restarbeiten sind wir dann fertig,“ sagt Sabine Brinkmann. „Zurzeit arbeiten wir noch im Bereich des Mittelstreifens und bereiten die Neubepflanzung des Troges vor. Die Fußgängerspindel wird im Laufe des Septembers erneuert sein und in den Hohlkästen unter der Brücke sind ebenfalls noch Arbeiten nötig.“
„Damit liegen wir trotz zwei harter Winter gut im Kosten- und Zeitplan,“ lobt Bürgermeister Roland die Arbeit des Ingenieursamtes und der beteiligten Baufirmen. „Wenn uns jemand vor zwei Jahren gesagt hätte, dass wir dieses Mammut-Projekt ohne größere Verkehrsprobleme meistern könnten, wären wir alle wohl sehr skeptisch gewesen.

Die penible Vorbereitung über fast zwei Jahre hat sich damit aber ausgezahlt.

Immerhin haben wir mit dieser Brückensanierung nicht nur für unsere Stadt in gewisser Weise Neuland betreten. Dies hat auch das große Medienecho gezeigt. Über die Europabrücke wurde nicht nur in Gladbeck und in Fachzeitschriften, sondern auch in mehreren Fernsehsendungen, zum Teil bundesweit, berichtet.“
Mitte 2008 hatte eine Fahrspur der Europabrücke stadtauswärts vorsorglich gesperrt werden müssen, nachdem gravierende Mängel festgestellt worden waren.

Bis zum Baubeginn Anfang August 2010 waren dann umfangreiche Planungen, Ausschreibungen und Abstimmungen mit der Deutschen Bahn und RBH-Logistics wegen der nötigen Gleissperrungen nötig. Unterstützt wurde die Stadt durch „Brückenpapst“ Prof. Dr. Ing. Martin Mertens von der Uni Bochum. Dieser hatte der Stadt aus Sicherheitsgründen empfohlen, die Spannbeton-Brücke aus dem Jahr 1967 vorsorglich zu sperren und war vor und während der Sanierung beratend tätig.

Schließlich ist eine solche Maßnahme auch für die Spezialisten des Ingenieuramtes nicht alltäglich!
„Wie schwierig und risikoreich eine solche Großbaustelle auch angesichts widriger Witterungsbedingungen ist, hat sich im Verlaufe der zweijährigen Bauzeit gezeigt,“ erläutert Lars Neubauer, Bauleiter des Ingenieuramtes. „Wir mussten bekanntlich die nördliche Fahrbahn nach Fertigstellung komplett abfräsen und noch einmal neu asphaltieren, weil beim ersten Mal die Fahrbahndecke sehr ungleichmäßig ausgeführt wurde.

Probleme gibt es auch noch auf dem nördlichen Geh- und Radweg: Als Radfahrer merkt man sofort den Unterschied zwischen Nord- und Südseite. Auf der Nordseite ist die Oberfläche wellig, auf der Südseite sehr eben.“
„Die Ausführung der Nordseite wird zurzeit geprüft,“ kündigt Dr. Thomas Wilk an. Gespräche zwischen der Baufirma und der Stadt finden dazu in Kürze statt.
In der nächsten Woche kann die Brücke dann wieder vollständig für den Verkehr freigegeben werden. Allerdings wird es zunächst noch keine Fahrbahnmarkierung auf der Brücke und nur provisorische Markierungen auf den Brückenrampen geben. „In den ersten 6-8 Wochen nach Freigabe der Brücke kann sich durch den Verkehr noch Split lösen,“ erläutert dazu Sabine Brinkmann.

„Das ist ein völlig normaler Vorgang, der allerdings dazu führen kann, dass die Fahrbahnmarkierung sofort wieder beschädigt würde. In den Herbstferien werden wir nacheinander jeweils eine Spur auf den Rampen abfräsen und erneuern. Der Verkehr wird dann kurzfristig wieder einspurig geführt werden müssen. Anschließend markieren wir auf den Rampen und der Brücke die endgültigen Fahrbahnen.“

Im Herbst ist die 45 Jahre alte Europabrücke dann wieder wie neu: Mit etwas höheren Brückengeländern als vor der Sanierung, einem zusätzlichen Schutz der Oberleitungen der Bahn vor Berührungen, wieder mit dem Pflanztrog in der Mitte und auch wieder mit einer Bepflanzung. „Zumindest für die nächsten Jahrzehnte sollte dann Ruhe sein,“ sind die Verantwortlichen bei der Stadt sicher.
Die Sanierung der Europabrücke ist aber nur der Beginn. Überall in Deutschland sehen sich die Verantwortlichen bei Städten, Land und Bund mit ähnlichen Problemen wie an der Europabrücke konfrontiert.

Die Brücken kommen langsam in die Jahre und waren bei ihrem Bau auch nicht für die hohen Lasten ausgelegt, die sie heute ertragen müssen. Hierfür werdenftig in Deutschland Milliardenbeträge aufzuwenden sein. Wie es um die übrigen Gladbecker Brücken steht, wird daher Thema im nächsten Stadtplanungs- und Bauausschuss sein.

Beginndatum
07.08.2012


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