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Infotafel über Hackenberg
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Das Bild zeigt die Informationstafel zu Bernhard Hackenberg
Einleitung
Das Foto des früheren Zentrums- und späteren NSDAP-Oberbürgermeisters Bernhard Hackenberg im Alten Rathaus der Stadt Gladbeck erhält eine Zusatztafel mit weiteren Informationen über Hackenberg, der von 1932 bis 1945 an der Spitze der Gladbecker Stadtverwaltung stand. Dies teilten Bürgermeister Ulrich Roland und Erster Beigeordneter Rainer Weichelt heute mit.
Haupttext

„Seit wir vor etwa 10 Jahren die Bilder der ehemaligen Bürgermeister und Verwaltungsleiter im Treppenaufgang des Alten Rathaus aufgehängt haben, hat es intensive und kontroverse Diskussionen über das Foto von Bernhard Hackenberg gegeben,“ erinnert Rainer Weichelt, der die Fotogalerie in seiner Funktion als Stadthistoriker und Archivleiter erarbeitet hatte.

Darüber hinaus wurde das Foto mehrfach beschädigt und entwendet, zuletzt im April, als zwei Ratsherren (Jürgen Zeller, CDU und Gerhard Dorka, DKP) das Foto verschwinden ließen.

„Wir Gladbecker müssen damit leben, dass das nationalsozialistische Terrorregime auch in Gladbeck geherrscht hat. Es gehört gerade auch mit den Männern und Frauen, die zwischen 1933 und 1945 Nazi-Politik in Gladbeck umgesetzt haben, zur Geschichte unserer Stadt. Nur aus der aktiven Auseinandersetzung mit dieser Geschichte können wir aus ihr lernen,“ betont Rainer Weichelt.

Und deshalb hat Bürgermeister Ulrich Roland jetzt entschieden, dass das Foto von Bernhard Hackenberg im Rathaus hängen bleibt und mit weiteren Erläuterungen versehen wird: „Wir können und wollen uns unsere Geschichte nicht schön schreiben,“ betont Ulrich Roland.

„Wir setzen uns mit ihr auseinander und versuchen durch zahlreiche, sehr unterschiedliche Aktionen dazu beizutragen, dass sich so etwas in Deutschland nie wiederholen kann. Dazu gehört auch, dass das Foto von Bernhard Hackenberg, der als Mitglied des Zentrums gewählt wurde, 1933 in die SS und 1937 in die NSDAP eintrat, hier im Aufgang des Rathauses als stete Mahnung hängt!“

Die ursprüngliche Idee, die Amtszeit von Bernhard Hackenberg im Rahmen einer Auftragsarbeit durch einen externen Historiker im Rahmen des Innenstadtprojektes Gladbeck aufarbeiten zu lassen, wird nicht weiterverfolgt.

Dies erklärte Rainer Weichelt. „Da die Bundesregierung die Mittel für soziale Projekte gestrichen hat, können wir zahlreiche Vorhaben im Rahmen der sozialen Stadt nicht wie geplant umsetzen. Wir werden daher die 10.000 Euro, die ursprünglich für eine Hackenberg-Biografie vorgesehen waren, nun in soziale Projekte in der Stadtmitte umleiten.“
 

Die Infotafel
Dr. Bernhard Hackenberg
Oberbürgermeister 15. Oktober 1932 – 29. März 1945
Bis 1933 Mitglied der Zentrums-Partei
Seit 1933 SS-Mitglied, seit 1937 NSDAP- Mitglied
SS-Untersturmführer, Repräsentant und Erfüllungsgehilfe des NS-Staates
1885 wurde Gladbeck ein eigenständiges Amt. 1919 erhielt Gladbeck Stadtrechte.

Im Treppenaufgang des Alten Rathauses der Stadt Gladbeck werden Fotos der Bürgermeister und Verwaltungsleiter gezeigt, die seit 1885 an der Spitze des Gemeinwesens Gladbeck standen. Dazu gehört auch das Foto des von 1932 bis 1945 amtierenden Oberbürgermeisters Bernhard Hackenberg.

Die Präsentation dieses Fotos hat von Anfang an für intensive und kontroverse Diskussionen in unserer Stadt gesorgt.

Bernhard Hackenberg war 1932 von einer Mehrheit der demokratisch gewählten Stadtverordnetenversammlung zum Oberbürgermeister der Stadt Gladbeck gewählt worden.

Damit ist er Teil unserer Stadtgeschichte.

Einer Geschichte, die uns mahnt, aus der wir lernen können, zu der wir aber auch stehen müssen..

Der Gladbecker Historiker und Faschismusforscher Frank Bajohr beschreibt Bernhard Hackenberg in „Verdrängte Jahre“, seinem Standardwerk zur Geschichte des Nationalsozialismus in Gladbeck, so:

„Mit dem promovierten Juristen Bernhard Hackenberg, der als Kompromisskandidat die Zustimmung von Zentrum, SPD und Wirtschaftspartei und damit eine Mehrheit im Stadtrat fand, löste sich schließlich das Oberbürgermeisterproblem. Hackenberg stellte zwar nach außen hin seine Affinität zu republikanischen Parteien zur Schau, entpuppte sich jedoch nach der nationalsozialistischen Machtübernahme als politisch wandlungsfähiger Karrierist, der aus Gründen politischer Zweckmäßigkeit 1933 in die SS eintrat.“

Beginndatum
16.09.2011


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