Karnevals-Büttenrede des Bürgermeisters  (Auszüge)  

Der Türmer blickt zurück auf 1.000 Jahre Stadtgeschichte

Ludolfus de Witteringe,
schwang als Rittersmann ´ne scharfe Klinge,
gewaschen hat er sich in einer Becke,
vermutlich war´s die Gladebecke,
dicht an Lamberti sie floss vorbei,
lasst Euch berichten, Ihr Narretei:

Es war ein heller, klarer Bach,
der als Dorf uns küsste wach,
und das nun schon vor 1.000 Jahr,
stolz die ganze Bürgerschar.
Ob Gladbeki, Gladebecke oder Gladbeck,
der Name erfüllt wohl seinen Zweck,
gibt uns Heimat und Geborgenheit,
und das nun schon seit Ewigkeit.

Als Dorf sind wir schon über 1.000 Jahr,
kaum zu glauben, aber wahr,
und, was uns sehr verwundert:
Auch als Stadt sind wir bald hundert!

Der Bergbau uns zur Stadt gemacht,
die Industrie uns Arbeit bracht,
das uns hielt als Stadt am Leben,
so konnten wir die Zukunft weben!

B 224 / A 52

...und bald entscheiden wir, wie wir die Zukunft weben für die nächsten 100 Jahre:

Ob Sonnenschein, ob Sternenfunkel,
im Tunnel ist es immer dunkel.
Was die A 40 für den Pott,
ist die B zwo-vierundzwanzig für GLA und BOT.

Die Bundesstraße zwei zwei vier,
eine tiefe Wunde schlägt sie hier,
in Nord und Süd unsre Stadt sie teilt,
keiner schnell hinübereilt.

Im Stau steh´n dort die Stahlkarossen,
Bürger und Wirtschaft sind verdrossen.
Es ist gar laut und schmutzig dort,
und auch sonst kein schöner Ort.

Ein Tunnel muss her, gar keine Frage,
denn nur er verbessert unsre Lage.

Denn ohne Tunnel, das ist klar,
die Autobahn ohn´ Zukunft war.
Wie schön ist´s wenn´s dann ruhiger wird,
die Autos er unter Tage führt.

Dass dabei unsre Stadt vereint,
uns Gladbecker besonders freut!
Hier liegt die Chance für das Jahrhundert,
auf dass der Bürger sich nicht wundert:

Er hat es selbst nun in der Hand,
ob wir bleiben Wirtschaftsland.

Industrie und Arbeitsplätze,
sind, was für die Region man schätze,
damit unsre Kinder auch noch morgen,
für ihre Familien können sorgen.

GLA-Kennzeichen

„Glabotki is´nich´", das war ganz klar,
nach Recklinghausen ging´s vor bald 40 Jahr´,
unser GLA ward uns genommen,
dafür haben wir ein RE bekommen.

Das wurmt uns schon ganz lange,
das falsche Zeichen an der Stange,
drum fordern wir das GLA zurück,
dass es unser Auto schmück´!

Die Bürokratie, die mahlt gründlich,
eine Entscheidung erhoffen wir stündlich,
doch ein Jahr wird´s wohl noch dauern,
solange müssen wir noch lauern,
bis alle Hürden sind genommen,
unser GLA wir dann bekommen.

Gewartet haben wir schon lang genug,
der Minister, der ist jetzt am Zug,
ein Gesetz muss er erlassen,
dass die Buchstaben wieder passen.

Es freuen sich der Türmer und der Jeck,
wenn stolz prangt das GLA an Front und Heck.
Jeder kann es dann erahnen:
Aus Gladbeck kommen wir gefahren!

Schalke 04

Er wollte gehen, unser Neuer,
das war für Bayern richtig teuer,
die 25 Millionen,
für München sich nicht lohnen!

Manu ist uns treu geblieben,
für uns lässt er manch Pünktchen liegen.

Im Herzen, das ist klar,
er ein richtiger Schalker war,
das ist er heute immer noch,
lässt so manchen Ball ins Loch.

Ja, wer hätte das gedacht,
dass er uns weiter Freude macht?

Nur so ist zu erklären,
dass wir vielleicht noch Meister werden.

Niemand hier auf Erden,
traut trojanischen Pferden,
nur die Bayern-Seppeln,
die konnten wir so veräppeln.

Wenn da nicht Schwarz-Gelb noch wäre,
dann wäre vor uns nur noch Leere,
so muss wieder Troja her,
doch es fällt Huub richtig schwer:
„Wen soll der Klopp von uns bloß kaufen,
damit wir Dortmund unterlaufen?"

Es muss ein richtiger Knappe sein,
der im Borussia-Park,
vermeintlich stark,
den Ball noch vorne treibt,
doch gerne zweiter Sieger bleibt,
und heimlich mal nach hinten schießt,
dass der Weidenfeller dann genießt,
die Talfahrt auf der Tabelle,
nur so kann´s gehen - gelle?

54 Jahre ohne Schale,
da trösten nicht die paar Pokale,
nun ist´s genug für Dortmund und Bayern,
jetzt wollen wir die Meisterschaft feiern!

Bundespräsident

Willst Du leben froh und heiter,
bringt ein guter Freund Dich weiter,
ob Ferienhaus oder halbe Million,
der gute Freund, der hilft da schon!

Was ist denn schon dabei,
wir nehmen das Haus auf Norderney,
auf dass wir brauchen nicht zu zahlen,
der Präsident hat keine Qualen,
sein Konto wächst so noch und nöcher,
weil für lau sind die Gemächer.

So kommt er auch nach Florida,
und auch auf Sylt ist´s wunderbar!
Für´s Haus er kleine Zinsen zahlt,
Bettina auf dem Laufsteg prahlt,
mit teuren Kleidern, die nix kosten,
ja, darauf lässt sich´s dann gut prosten!

Wenn Du willst für Deutschland sprechen,
dann solltest Du auch dem entsprechen,
wovon die Bürger gehen aus,
bevor Du ziehst als Chef ins Haus,
dass Du gibst Dir redlich Mühe,
wenn Du dann wohnst im Schloss Bell-vüe.

Du dienst dem Staat nur dann als Edelmann,
wenn man von Dir sagen kann:
dass Anstand, Maß und Würde,
für Dich sind keine große Hürde!
Wenn Du nicht weißt, was Dich macht präsidiabel,
dann schau dem Volk doch auf den Schnabel,
dann kannst Du hörn mit viel Applaus,
was wirklich macht den Staatsmann aus!

Wittringer Ritter

Früher Ludolfus de Witteringe das Zepter schwang,
heute Toni der Ritter hat den höchsten Rang.
Doch Schloss Wittringen ist ihm nicht genug,
er tastet sich ins Rathaus - Zug um Zug!

Einst an Weiberfastnacht ins Rathaus gekommen,
hat Toni den Ratssaal in den Blick genommen,
auch beim Hoppeditz gehört das Haus den Jecken,
das soll den Bürgermeister sehr schrecken,
denn Toni hat jetzt Maß genommen,
sein Vereinsheim in den Ratssaal soll kommen.
Dem Uli ist schon ganz bange,
bis zu seinem Stuhl braucht Toni nicht mehr lange.
Ja, dann wird es allen klar:
Im Rathaus regiert die Narrenschar!

Ulrich Roland
Bürgermeister
 Das Bild zeigt die Unterschrift von Bürgermeister Ulrich Roland

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